Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch dankt in einem Grußwort der Deutschen Literaturgesellschaft für das Projekt »Bibliothek des Romanischen Cafés«.
In der neu aufgelegten Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés« der Deutschen Literaturgesellschaft werden nicht nur Bücher verlegt, die das Café, seinen Alltag und seine Schriftsteller zum Thema haben. Die Deutsche Literaturgesellschaft veröffentlicht über einen Zeitraum von mehreren Jahren auch Werke, die der Bücherverbrennung zum Opfer fielen. Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, würdigt dies als »ein hervorragendes Projekt« und dankt allen Mitwirkenden:
»In den Tagen zwischen dem 10. und dem 15. Mai 1933 haben die Nationalsozialisten und ihre Anhänger nicht nur Bücher verbrannt. Humanität, Bildung und Aufklärung gingen in Rauch und Flammen auf. Es folgten zwölf Jahre dumpfer Ideologie, in denen Menschen die dunkelsten, in ihrem schrecklichen Ausmaß bis dahin ungeahnten Facetten der menschlichen Natur heraufbeschwörten.«
In den neuen Räumen der Deutschen Literaturgesellschaft in der Reinhardtstr. 19 werden Lesungen zur Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés« stattfinden, ein Salonprogramm mit kleinen Inszenierungen und Liederabende – gegen das Vergessen:
»Ich wünsche mir, dass Ihre Lesungen es vermögen, Sensibilität und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir alle in gleicher Weise Verantwortung für Freiheit – die der Meinungsäußerung –, Demokratie und die im Grundgesetz verankerten Werte tragen. Nur gemeinsam können wir unsere Vergangenheit verarbeiten und die richtigen Lehren für die Gestaltung unserer Zukunft ziehen.«
Erinnerungskultur ist unverzichtbar, schreibt Charlotte Knobloch in ihrem Grußwort, daher sollten wir alle daran arbeiten, eine von Empathie und Versöhnung bestimmte Erinnerungskultur zu pflegen.