Ein schwuler Pastor erzählt

Lieben - Leiden - Lachen.
Mit einem Vorwort von Margot Käßmann

Autor Presseabteilung | Berlin, Herbst 2011
Lieben - Leiden - Lachen. Mit einem Vorwort von Margot Käßmann

Nachdem bereits mehrfach in Fernsehsendungen und anderen Medien über den hannoverschen Pastor Hans-Jürgen Meyer berichtet wird, hegt dieser den Wunsch, seine Biographie auch einmal zu Papier zu bringen. Als er die Autorin Maria Eilers kennenlernt, werden die Pläne konkret. Ein Konzept entsteht - es geht los.

In Lieben - Leiden - Lachen erzählt Pastor i.R. Meyer aus seinem Leben, einem Leben, das reich an vielerlei Emotionen ist. Die Kindheit als Pflegekind, die Alkoholprobleme und der Selbstmord des Pflegevaters. Der Ausbildung in Hamburg folgt die Bundeswehr. Anschließend das Studium der Theologie und das Erwachen der homosexuellen Liebe. Pastorales, politisches und sportliches Engagement in der hannoverschen Epiphanias-Gemeinde. Als sich der junge Pastor eines Tages entscheidet, nicht länger seine Homosexualität zu verbergen, beginnen schlagartig Probleme. Auseinandersetzungen, Verhandlungen, Berufsbeurlaubung – und noch nicht genug: Er erhält nach einem freiwilligen Test die Diagnose HIV-positiv.

Zusammen mit der Autorin Maria Eilers geht Hans-Jürgen Meyer zurück an die Orte seines Lebens. Dort, in dem Heidedorf, an der Kaserne, in der Ausbildungsstätte, der Kirche, dem hannoverschen Büro erinnert er sich an die jeweiligen Erlebnisse. Liebenswerte Kleinigkeiten, Vertrautes, berührende Begegnungen, Unvergessliches.

In den 80er Jahren waren die Themen Kirche und Homosexualität noch schwer vereinbar. Woran erinnern sich Wegbegleiter aus Kirche, Politik und Kultur? Briefe und Stellungnahmen von Helmut Gollwitzer, Luise Rinser, Dorothee Sölle, Hans-Georg Wiedemann, Helmut Kentler, Gerhard Schröder, Uta Ranke-Heinemann und andere Menschen des öffentlichen Lebens, die mit Fassungslosigkeit von den Ereignissen Kenntnis nehmen, ergänzen das Bild, das Hans-Jürgen Meyer in seinem freundlichen, detailverliebten Plauderton vermittelt.

Wie sind die damaligen Konflikte zwischen Pastor und Landeskirchenamt in die hannoversche Kirchengeschichte einzuordnen? Der inzwischen hochbetagte Pastor Egge de Wall, der Konfirmator von Meyer und dem heutigen Landesbischof Ralf Meister, äußert sich unmissverständlich zu den damaligen Geschehnissen und seiner heutigen Sicht auf die Dinge. Frau Dr. Margot Käßmann sorgt maßgeblich für die Rehabilitierung Meyers. Sie kennzeichnet in ihrem Vorwort ihren Standpunkt zu den Vorkommnissen. Der renommierte Professor Manfred Josuttis, der schon im »Fall« Klaus Brinker sich für das wechselseitige Verstehen stark gemacht hatte, nimmt auch im »Fall« Meyer kein Blatt vor den Mund.

Maria Sabine Augstein, die 1949 in Hannover als Sohn des Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein und der Journalistin Lore Ostermann geboren wird und 1977 nach einer Geschlechtsumwandlung als lesbische Frau lebt, drückt mit ihrer großzügigen und leidenschaftlichen Unterstützung zum Druck dieses Buches unmissverständlich ihren Wunsch nach einem öffentlichen Gespräch zwischen den verschiedenen Gruppen, die unsere Gesellschaft bunt und lebendig machen, aus.

In Lieben - Leiden - Lachen erzählt Hans-Jürgen Meyer von einem Leben voller Widrigkeiten, in dem Gemeinschaft und Lebensmut überwiegen. Er erzählt, warum er trotz aller Widrigkeiten den Talar nicht an den Nagel hängt, warum er für einen gerechten Umgang mit homosexuell liebenden und lebenden Menschen in Kirche und Gesellschaft nach wie vor kämpft. Für den heutigen Ruheständler heißt es noch immer: Wer identisch leben will, der oder diejenige muß Farbe bekennen. Er hat es nicht bereut, ein Leben ohne Maske zu leben. Er hat in seinem Leben mehr gelacht als geweint.

Pressefoto zur freien Verwendung (Belegexemplar erbeten): Coverbild

Hans-Jürgen Meyer: »Lieben - Leiden - Lachen«, Hardcover, ISBN 978-3-86215-990-1, 24,80€
Erhältlich in jeder Buchhandlung und auf Rechnung bei uns.